Zusammenfassung
Mehrfache Patientenbeobachtungen, dargestellt an zwei ausgewählten Fällen aus der
Praxis, ließen mich zu dem Schluß kommen, das Arzneimittelbild von Staphisagria werde
praxisgerechter und besser verständlich dargestellt als ein Mittel für aktive Menschen,
die an den Barrieren des Lebens noch wachsen müssen, aber ohne Staphisagria diese
nicht überwinden können. Erfasse ich nach Pascbero und Scheffer das dynamische Gesamtbild
des Kranken in toto und beginne ihn zu verstehen, führt mich die bisherige Vorstellung
des passiven sexuellen Hypochonders von dem beginnenden Verstehen des Patienten weg.
Dagegen hat sich das Bild des geschilderten aktiven Staphisagria-Kranken bewährt,
der die Herausforderung seiner Umgebung demütigend empfindet, darunter leidet und
nicht weiß, wie da herauskommen. Schon bei der ersten Konsultation lenkt uns das auf
Staphisagria und bedarf nur noch weniger differential-diagnostischer Stützen, wie
gezeigt werden konnte.